Verbandsliga: Spf – FSV Waiblingen 4:1 am 21.03.2026

 
 
Kein Spiel für die Geschichtsbücher
Fußball Die Sportfreunde Schwäbisch Hall feiern den dritten Sieg in Serie. Gegen den Verbandsliga-Letzten FSV Waiblingen setzen sich die Haller nach mäßiger Partie mit 4:1 durch.
Von Hartmut Ruffer
Auch gegen einen Tabellenvorletzten muss man erstmal gewinnen, zumal, wenn er so spielt wie der FSV Waiblingen am vergangenen Samstag: Dieser war nämlich keineswegs schlecht. Trainer Patrik Ribeiro Pais meinte nach der Partie, dass er seiner Mannschaft keine Vorwürfe machen könne. Damit hat er recht, zumindest fast. Denn einen Vorwurf kann man dem FSV Waiblingen machen, nämlich dass er seine Chancen nicht genutzt hat.
Schon nach drei Minuten hatte Thorsten Schift genug: „Aktiver!“ rief der Sportfreunde-Trainer aufs Feld. Die Haller hatten kaum den Ball und liefen hinterher. Kurz darauf war vom Haller Trainer ein sarkastisches „Schlaft ihr noch?“ zu vernehmen. Es sah so aus.
Doch keine 30 Sekunden später waren Daniel Martin und Benjsmin Kurz hellwach. Martin sah den Raum, passte steil auf Kurz, der auf und davon lief und Waiblingens Torhüter Philipp Gutsche zum 1:0 überwand. Selten hat sich ein Tor so wenig angekündigt wie dieses.
In der Folge sahen die rund 400 Zuschauer im Optima-Sportpark eine Begegnung, die wenig Spannung produzierte. Waiblingen war bemüht, fand aber die Räume nicht, und die Haller machten relativ wenig. Unmittelbar nach Schlusspfiff sprach Thorsten Schift von einem „komischen Spiel“. Das traf auch auf diese Phase zu.
Nach und nach näherte sich der FSV dem Haller Tor an. Die Gastgeber durften sich bei Bojan Spasojevic bedanken, dass sie nicht den Ausgleich kassierten. War der erste zu haltende Ball noch eher die Kategorie „muss er haben“, folgten mindestens zwei Top-Chancen durch Nabil Mouhssine und Marvin Zimmermann. Spasojevic vereitelte das mögliche Tor per Fußabwehr und flog in die Ecke.
Und dann trafen erneut ziemlich überraschend wieder die Haller. Benjamin Kurz bediente Azad Toptik, der flach in den Strafraum passte. Günter Schmidt verfehlte, doch dahinter stand Lorenz Minder. Dieser täuschte erst an und schoss dann trocken hoch ins kurze Eck (43.).
Waiblingen fordert Elfmeter
Noch war nicht Pause: Erst musste Daniel Martin verletzungsbedingt raus, dann forderte Waiblingen vehement Elfmeter, bekam diesen nicht. Im direkten Konter vergab Günter Schmidt die große Chance zum 3:0.
Nach dem Wechsel wurde die Partie nur leidlich besser. Hall war die meiste Zeit zu ungenau und Waiblingen mühte sich, schien sich aber nicht zu belohnen. Erst als der FSV Waiblingen einen Elfmeter zugesprochen bekam, den Marcel Zimmermann verwandelte, hatte der Gast Bojan Spasojevic überwunden. Das Spiel hätte kippen können, doch Waiblingen schwächte sich selbst: Igor Jelic holte sich in der 57. Minute nach einem Foul an dem Haller Kapitän Benjamin Kurz Gelb-Rot ab.
Die Überzahl machte sich aber kaum bemerkbar, wie auch FSV-Trainer Patrik Ribeiro Pais anmerkte. Die besten Chancen hatten aber die Sportfreunde: Erst verzog Benjamin Kurz, dann murmelte er den Ball ins leere Tor. Ein Schuss von Azad Toptik wurde geblockt, Benjamin Kurz stand nicht im Abseits und traf.
In der Nachspielzeit sorgten zwei Eingewechselte für den Endstand: Tony Elie Tella Nounga bediente Luis Pfeiffer, der ins lange Eck abschloss.
Am Saisonende werden sich wohl nur die wenigsten Zuschauer an diese Partie erinnern. Aber drei Punkte gibt es auch in unspektakulären Begegnungen. Diese haben die Sportfreunde geholt – zum dritten Mal in Folge.
Mit jetzt 33 Punkten haben sich die Haller erstmals ein kleines Polster auf die Ränge 10 und schlechter aufgebaut. Am Sonntag sind sie zu Gast bei Calcio Leinfelden-Echterdingen.