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Gegen Ende des Spiels wird es sehr deutlich
von Hartmut Ruffer
Die Sportfreunde Schwäbisch Hall schlagen den FC Rottenburg mit 6:1. Der Klassenerhalt in der Verbandsliga ist fast geschafft.
Am Ende war es ein überaus deutlicher Erfolg für die Sportfreunde, der auch in dieser Höhe verdient war, weil die Einwechselspieler ihre kurze Einsatzzeit optimal nutzten. Zu Beginn sah es aber nicht so souverän aus.
Nach acht Minuten hatte Thorsten Schift genug. Er schimpfte laut vor sich hin. Die Sportfreunde lagen 0:1 hinten, weil Sportfreunde-Torwart Boan Spasojevic einen Kopfball von Nick Hegerle nicht richtig zu fassen bekam, beziehungsweise erst dann, als der Ball mit vollem Durchmesser über der Torlinie war.
„So ein Start ist uns in dieser Saison zu häufig passiert“, bemängelte Thorsten Schift. Sein Team war nicht präsent genug und erhielt dafür die Quittung. Die Haller mussten nicht nur einem Rückstand hinterherlaufen, sondern das auch noch bei hohen Temperaturen um die 30 Grad. „Unter der Woche war es deutlich kühler“, meinte Azad Toptik nach dem Spiel. „Die ersten 10, 15 Minuten waren schwierig, dann aber haben wir uns akklimatisiert.“
Überraschender Ausgleich
Tatsächlich übernahmen die Haller langsam die Spielkontrolle, dennoch fiel der Ausgleich etwas überraschend. Daniel Schmelzle schlug den Ball lang. Rottenburgs Torhüter Julian Häfner zögerte beim Herauslaufen. Das nutzte Luis Pfeiffer, der noch etwas am Trikot gezogen wurde, und lupfte den Ball über den Torwart ins Netz. Vier Minuten später hatte es der Haller Stürmer viel einfacher. Julian Häfner wollte eine Flanke von Daniel Schmelzle abfangen, ließ den Ball fallen und Luis Pfeiffer drückte diesen aus kurzer Distanz über die Linie. Dass Julian Häfner ein guter Torhüter ist, zeigte er in der 45. Minute, als er einen hart getretenen Schuss von Matti Bunk parierte. Auch Bojan Spasojevic hielt stark gegen Luca Alfonzo.
Nach dem Wechsel waren die Sportfreunde diesmal von Beginn an dynamisch. Die hohen Temperaturen schienen ihnen nichts mehr auszumachen. Alle liefen viel, alle waren engagiert. Nach 51 Minuten hätte Luis Pfeiffer seinen dritten Treffer erzielen können. Nach Vorlage von Günter Schmidt schoss er knapp rechts vorbei.
So mussten die Haller bis zur 64. Minute warten, ehe sie befreit jubeln konnten. Lorenz Minder war rechts durchgebrochen, drosch den Ball an die Latte. Den Abpraller schirmte Günter Schmidt gegen Julian Häfner ab, wollte es eventuell zunächst selbst machen, doch dann chippte er den Ball auf Lorenz Minder zurück, der volley zum 3:1 traf. Treffender Kommentar von Stadionsprecher Sven Koss-Fischer: „Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht.“
Späte Treffer
Die Rottenburger gaben sich nicht geschlagen. Sie wussten um die Bedeutung der Partie. Einmal eierte ein abgefälschter Ball nur knapp am Haller Tor vorbei. So blieb die Anspannung auf der Haller Bank hoch. Erst als Günter Schmidt einen Konter nach Vorarbeit von Lorenz Minder und Daniel Dahmen zum 4:1 abschloss, konnten sich alle im Optima-Sportpark entspannen, zumindest wenn sie zu den Sportfreunden hielten. In der 90. Minute wechselte Thorsten Schift dreimal und zwei der Eingewechselten schraubten das Ergebnis in die Höhe: Zweimal bereitete Philipp Minder über rechts vor, zweimal traf Zarda Serbest Mohammed.
Die späten Tore ärgerten Rottenburgs Trainer Marc Mutschler. „So ruinieren wir uns unser gutes Torverhältnis.“ Der Aufsteiger steht mit 38 Punkten auf Rang 10. Im Normalfall reicht das zum Klassenerhalt, aber in dieser Saison ist in der Verbandsliga wenig normal.
Da der Türkische SV Singen in der Oberliga gewonnen hat, wird das heftige Szenario mit sieben Direktabsteigern in der Verbandsliga immer wahrscheinlicher. Weil Calcio Leinfelden-Echterdingen am Sonntag 2:1 gegen den FC Esslingen gewonnen hat, brauchen die Sportfreunde Schwäbisch Hall noch einen Punkt aus zwei Spielen, um auch letzte mathematische Zweifel am Klassenerhalt zu beseitigen.
